Klönschnack#1 “Wembley & Kiel Sprat”: Heveling und Dobrindt – Herr wirf Hirn vom Himmel!

KielspratWembley

Wembley: Achtung! Geistige Elite des deutschen Konservatismus unterwegs!

Kiel Sprat: Was ist das schon wieder los? Wieder ein paar CDUler/innen, die sich zu weit aus dem Fenster gelegt haben.

Wembley: Besser!

Kiel Sprat: Nun sach‘ schon, ist es gut?

Wembley: Was eine Woche und wir haben erst Donnerstag. Die deutschen Konservativen haben sich wieder einmal übertroffen. Erst Dobrindt, dann Heveling, dann wieder Dobrindt. Meine Fresse, was ist bei denen los?

Diese aufstrebenden Politiker der CDU und CSU sind glänzende Vorbilder und der Inbegriff des vernünftigen politischen Diskurses.  Dobrindt startete gleich Anfang der Woche durch und will „Die Linke“ verbieten, Heveling setzte einen drauf und erklärte in einem Gastbeitrag im Handelsblatt der „Netzgemeinde“ den „Krieg“ und zum Höhepunkt der Woche, fordert Dobrindt mal wieder, dass Griechenland die Eurozone verlassen solle. Haben wir schon politisches Sommerloch?

Kiel Sprat: Meine Fresse, gibt es da einen Wettbewerb. Wie mache ich mich schnellstmöglich lächerlich?

Wembley: Okay, im Ernst. Das Schlimme an der Geschichte ist – alle regen sich auf und es gibt heftige Gegenreaktionen, aber das sind genau die Reaktionen, die unsere Dobrindts und Hevelings  antizipieren und erwarten.

Kiel Sprat: D’accord. Damit holt man die Jungs nicht hinterm Ofen hervor. Wahrscheinlich fühlen sie sich auch noch in ihrer Position bestärkt und verfestigen den Irrglauben. Wir als Gutmenschen müssten alleine deshalb für Abhilfe sorgen.

Wembley: Jawohl, ist richtig, „wir als Gutmenschen“. Ich lach‘ mich kaputt. Das ganz ist schon amüsant, aber auf der anderen Seite auch erschütternd, dass wir von solchen Dumpfbacken repräsentiert werden. Wir sollten doch mal über Parteilisten nachdenken, die vom Wähler beeinflussbar sind.

Kiel Sprat: Das ist das Grundproblem. Egal wie die Reaktion in der Bevölkerung ausfällt, die Parteien betreiben die Kandidatenauswahl völlig eigenständig. Und wenn sich ein Heveling in der CDU oder ein Dobrindt in der CSU etabliert hat, dann haben die fast Narrenfreiheit. Wenn die nicht gerade „Heil Hitler“ rufen oder eine Frau schlagen, dann können die sich politisch fast alles erlauben.

Wembley: Exakt. Das müsste sich dringend ändern. Bleibt die Frage, was diese so genannten Politiker antreibt. Glauben die den Mist den sie da von sich geben, sind das konstruktive Debattenbeiträge oder sind das wirkliche politische Irrläufer, die mit der Verantwortung nicht klarkommen?

Kiel Sprat: Gibt es eigentlich aus den anderen politischen Parteien auch solche Beispiele? Ticken die jungen Wilden da auch regelmäßig aus.

Wembley: Klar, Philip Mißfelder – der wollte doch älteren Mitbürgern keine Hüftgelenke geben, lohnt sich nicht – gnhihihi!

Kiel Sprat: Auch CDU.

Wembley: Mist! Aber Pofalla, der sagt „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“, nur weil ein Parteifreund eine andere Meinung vertritt hat.

Kiel Sprat: Auch CDU!!! Jetzt komm mir nicht mit Wullf, dann dreh’ ich ab!

Wembley: Nein, ich weiß, dass der auch zum schwarzen Verein gehört. Aber warte… Okay, mir fällt keiner ein. Ist das also immanent bei konservativen Politikern? Scheint ja so zu sein, was läuft da falsch?

Kiel Sprat: Die laufen schon in der Jugendorganisation rum wie die politischen Vorbilder, geschniegelt und Marke Schwiegersohn!

Wembley: Pomadenverschmierte Schnösel!

Kiel Sprat: So isses! ABER WARUM?

Wembley: Das Grundproblem sind wirklich fehlende Sozialkompetenzen, gepaart mit Arroganz und Überheblichkeit. Ein großes Manko in der deutschen politischen Führungsschicht. Zu viele verlieren dort die Bodenhaftung und schweben in anderen Sphären. Der Parteiapparat ist ein entscheidender Grund hierfür. Das zu reformieren dürfte sehr schwer sein: eingefahrene Strukturen, Traditionen usw.

Kiel Sprat: Okay, aber das würde automatisch Mitläufertum bedeuten. Man geht in die Partei und gleicht sich an den Apparat an. Auch nicht gerade eine Auszeichnung. Aber stimmt schon, die Parteischule braucht man anscheinend, Quereinsteiger sind immer noch sehr selten.

Wembley: Das ist so unbefriedigend. Kann das alles sein, muss ich damit leben und mich über solche Nachrichten weiter in den Zeitungen ärgern? Kein Wunder, dass wir Politikerverdrossenheit in Deutschland haben.

Kiel Sprat: Traurig aber wahr. Es ist dringend notwendig, dass sich in dieser politischen Kultur etwas bewegt und das können nur die Politiker/innen selbst ändern.

Wembley: Sag‘ das mal Heveling und Dobrindt – bin gespannt was die dazu sagen.

Kiel Sprat: Das kann ich Dir sagen – nothing. Die suhlen sich in Unschuld und proklamieren geistige Überlegenheit und glauben auch noch daran.

Wembley: Also, was hat es gebracht? Dann demnächst wieder auf dieser Bühne, mach’s gut!

Kiel Sprat: Ich frag trotzdem mal nach, wenn es Antwort gibt, lass‘ ich es Dich wissen. Bis die Tage!

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